Wissenswertes zur Assistenzarztzeit

Sobald du deine Approbation erhalten hast, kannst du dich auf eine Assistenzarztstelle bewerben. Damit beginnt deine ärztliche Weiterbildung, also die Ausbildung zum Facharzt. Sie dauert je nach Fachgebiet zwischen 4 und 6 Jahren.

Wie werde ich zum Facharzt ausgebildet?

In jeder zugelassenen Weiterbildungsstätte (Krankenhaus, Praxis), in der ein Facharzt mit Weiterbildungsbefugnis arbeitet, kannst du dich zum Facharzt weiterbilden lassen.

Die Inhalte der Weiterbildung sind in der Weiterbildungsordnung geregelt, die von der Ärztekammer des Bundeslandes erstellt wurde, in dem du arbeitest. Sie orientiert sich dabei an der (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer.
Für dich verbindlich und damit gültig sind immer die Vorgaben der Ärztekammer, bei der du gemeldet bist!

Was sind die Inhalte der ärztlichen Weiterbildung?

Das Ziel der ärztlichen Weiterbildung ist es, Erfahrungen und Kenntnisse über ärztliche Fertigkeiten zu erlangen. In der Weiterbildungsordnung wird festgelegt, welche Fähigkeiten in der Diagnostik und Therapie erlernt werden sollen. Die genauen Inhalte werden in Logbüchern abgebildet, zum Beispiel wie häufig du welche medizinischen Maßnahmen gesehen oder gemacht haben solltest. In den Logbüchern musst du während der Weiterbildungszeit auch dokumentieren, welche Untersuchungen, Operationen, Therapien, etc. du bereits erlernt hast. Außerdem soll in regelmäßigen Abständen ein Gespräch zum Stand deiner Weiterbildung stattfinden, das ebenfalls im Logbuch erfasst wird.

Welche Ärzte sind weiterbildungsberechtigt?

Damit dir als Assistenzarzt die Arbeit in der Klinik als Weiterbildungszeit angerechnet wird, musst du von einem Facharzt ausgebildet werden, der zur Weiterbildung befugt ist. Die Befugnis bekommen Fachärzte nach Antragstellung von der Ärztekammer, wenn sie selbst die Weiterbildung erworben und bereits über eine längere Zeit in ihrem Fach tätig gewesen sind. Die Weiterbildungsstätte muss außerdem verschiedene Auflagen erfüllen.

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Facharzt- und einer Zusatzweiterbildung?

Die Weiterbildungsordnung unterscheidet zwischen folgenden drei Bereichen:

  • Facharzt:
    Die “klassische” Weiterbildung, zum Beispiel zum Facharzt für Gynäkologie, Innere Medizin, Anästhesiologie,…
  • Schwerpunkt:
    Spezialisierung innerhalb eines Fachgebietes, z.B. Kinder-Kardiologie oder Gynäkologische Onkologie.
  • Zusatzbezeichnung:
    Zusatzbezeichnungen können in der Regel erst nach abgeschlossener Weiterbildung zum Facharzt erworben werden und geben eine weitere Vertiefung auf einen bestimmten Schwerpunkt. Beispiele: Akupunktur, Allergologie oder Diabetologie

Beispiele für Weiterbildungszeiten:

Beispiel Facharzt-Weiterbildungszeiten

Werde ich für die Dauer der Weiterbildung nur im Krankenhaus sein?

Normalerweise findet die komplette Ausbildung im stationären Bereich statt. Je nach Fachgebiet können allerdings auch Anteile der Ausbildungszeit im ambulanten Bereich erfolgen, z.B. einer Praxis. Eine Ausnahme bildet hier die Allgemeinmedizin, bei der neben der Ausbildung im stationären Bereich auch die Tätigkeit im ambulanten Bereich, z.B. einer Hausarztpraxis, Pflicht ist. In manchen Fächern, z.B. HNO oder Augenheilkunde, kann fakultativ ebenfalls eine ambulante Tätigkeit von bis zu 12 Monaten angerechnet werden.

Gibt es Unterschiede in der Weiterbildungsbefugnis der Ärzte und Kliniken?

Weiterbildungsermächtigungen können für die gesamte Dauer oder aber nur für eine bestimmte Anzahl von Monaten erteilt werden. Dies ist unter anderem davon abhängig, welche Versorgungsstufe deine Klinik hat (z.B. Grund-, Regel-, Maximalversorgung), welche Fachbereiche vertreten sind oder welche medizinischen Verfahren angeboten werden. Es kann also sein, dass dich eine Klinik nur über einen gewissen Zeitraum ausbilden darf und du dir danach eine andere Stätte suchen musst, die dich in den restlichen Inhalten ausbildet.

Gibt es für eine ärztliche Weiterbildung eine Prüfung?

Ja, nach Ableistung der erforderlichen Ausbildungszeit und der festgelegten Inhalte des Weiterbildungskatalogs musst du eine Prüfung ablegen. Nach bestandener Prüfung stellt die zuständige Landesärztekammer eine Anerkennungsurkunde aus.

Die Facharztprüfung – Anmeldung, Unterlagen, Wartezeiten

Die Anmeldung für die Facharztprüfung erfolgt bei der jeweiligen Landesärztekammer. Es muss zu dem Zeitpunkt die von der WBO vorgeschriebene Mindestweiterbildungszeit absolviert sein. Zur Anmeldung werden unter anderem die Arbeitszeugnisse deiner Ausbildungsstätten und das Logbuch benötigt. Die Zeit bis zur Anmeldung variiert von Bundesland zu Bundesland, es ist aber mit mindestens zwei Monaten Wartezeit zu rechnen. Die schriftliche Einladung erfolgt normalerweise spätestens zwei Wochen vor dem Termin. Die Prüfung ist mündlich und nicht öffentlich, sie dauert in etwa 30 bis 45 Minuten und wird mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ beurteilt.